Perspektive von Angehörigen/Familie
Mehrere Gäste betonen, dass ADHS eine starke familiäre Komponente hat, da die Vererbbarkeit mit etwa 80 % sehr hoch ist und es häufig mehrere Betroffene innerhalb einer Familie gibt. Dabei kann der Leidensdruck bei den einzelnen Familienmitgliedern unterschiedlich ausgeprägt sein. Angehörige, insbesondere Partner und Eltern, spielen eine wichtige Rolle, indem sie Verständnis für typische Symptome wie Impulsivität und emotionale Instabilität entwickeln und Unterstützung anbieten. Herausforderungen für Familien sind unter anderem die notwendige Struktur und Geduld im Umgang mit Betroffenen sowie die Bewältigung von Stress und emotionalen Belastungen. Die familiäre Perspektive umfasst auch das gemeinsame Erleben der Diagnose und die Anpassung der Rollenverteilung, was zur besseren Bewältigung im Alltag beitragen kann. Zudem kann das Wissen um die Familienerkrankung helfen, vergangene Belastungen besser zu verstehen und zu verzeihen.
Fundstellen zum Nachhören
- Thilo Palloks
Thilo Palloks: Einerseits weiß man heute, dass die Heritabilität, also die Vererbbarkeit, eine große Rolle spielt, also viel größer als zum Beispiel familiäre oder soziale oder Umweltfaktoren, nämlich zu 80 %. Und dann ist es auch so, dass…
Ab 1:30 hören - Thilo Palloks
Thilo Palloks: Ja, das heißt also, man kann dann in der Praxis davon ausgehen, dass im Prinzip, wenn mein Kind zum Beispiel betroffen wäre, dass ein Geschwisterkind oder auch ein Elternteil oder beide auch betroffen wären. Wobei dann unter…
Ab 2:14 hören - Menke
Menke: Ja, das ist furchtbar wichtig. Also wie gesagt, wohlgemeinte Ratschläge, die dann aber ganz was gegenteiliges auslösen, ist natürlich nicht gut. Also jetzt stress dich nicht, reiß dich mal zusammen. Mensch, da hast du schon wieder wa…
Ab 23:34 hören - Menke
Und genauso gilt es natürlich auch im Erwachsenenleben, dass Partnerinnen, Partner, Kinder oder Eltern auch von den erwachsenen Patienten mit ins Boot genommen werden und da erfahren, das ist jetzt nicht böse, wenn da diese Impulsivität auf…
Ab 24:10 hören - ?
Wie ist denn das für euch als Familie, als Eltern, als Paar nach der Diagnose dann so? Wie ist es euch damit gegangen? Saßt ihr dann abends am Esstisch und sagten alle: Ja klar, oder so? Also ich finde das so, wir haben sonst immer nur auf…
Ab 6:31 hören
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