ADHS und Sucht/Substanzmissbrauch
Mehrere Gäste betonen, dass Menschen mit ADHS aufgrund ihrer Impulsivität und inneren Unruhe häufiger zu Substanzkonsum neigen, oft als eine Form der Selbstmedikation, etwa mit Cannabis oder Alkohol bei begleitenden Angststörungen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass eine isolierte Behandlung der Sucht ohne Berücksichtigung der ADHS-Symptomatik meist nicht erfolgreich ist, da die ADHS-Therapie eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Suchtbehandlung darstellt. Es gibt auch kontroverse, aber pragmatische Ansätze, wie die Verschreibung von Amphetaminen bei gleichzeitiger Stimulanzienabhängigkeit, um den Konsum illegaler und verunreinigter Substanzen zu reduzieren. Zudem wird die Rolle von ADHS-Medikamenten diskutiert, die nicht süchtig machen, sondern Betroffenen helfen können, aus der Sucht herauszukommen. Schließlich wird die Dopaminregulation als gemeinsamer neurobiologischer Faktor bei ADHS und Suchtverhalten hervorgehoben.
Fundstellen zum Nachhören
- Felix Betzler
Felix Betzler: Ja genau das ist einer dieser Fälle, bei der wir tatsächlich, so kontraintuitiv es ist, Feuer mit Feuer bekämpfen können. Also das passiert, dass Menschen mit einer ADHS, die gleichzeitig einen Speed- Missbrauch haben, also A…
Ab 13:06 hören - Felix Betzler
Felix Betzler: Ja, das ist eine gute Frage und wir können uns mal schauen, von welcher Seite wir die jetzt beantworten. Also zum einen ist es so, dass, das wissen wir ganz gut aus der Literatur und Forschung, dass Menschen mit einer erhöhte…
Ab 2:23 hören - Matthias Rudolph
Oder wir wissen es aus der Sucht, viele Patienten mit ADS haben ja auch eine Suchtthematik, und wenn ich nur isoliert die Sucht behandle, dann wird es oft scheitern. Wenn ich die ADS behandle, verschwindet zwar die Sucht nicht von alleine,…
Ab 4:22 hören - Daniel Alvarez-Fischer
Daniel Alvarez-Fischer: Na ja, erstmal sind es wichtige Begleiterkrankungen und man muss sagen, dass das bezogen auf psychische Komorbiditäten leiden 50 bis 80% der ADHS-Patienten unter einer weiteren psychischen Erkrankung leiden. Das heiß…
Ab 3:42 hören - Matthias Rudolph
Und dann setze ich doch lieber ein gezielt erstelltes Medikament ein, das, wie die Kollegen eben schon sagten, dann wirklich auch deutlich weniger Nebenwirkungen oder unerwünschte Wirkungen haben, als dann eben die Patienten dann selber exp…
Ab 2:42 hören
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